Tuesday, January 16, 2007

006 - Requiem for a Dream

imdb
metacritic

-

ein komischer film. eine mixtur aus grandioser filmmusik, die ich ja ansonsten eher selten wahrnehme, harten, teils dreckigen schnitten und einer handlung (eine geschichte fehlt), die ihre protagonisten sichtlich von anfang an und hierbei mitten aus ihrem Leben beginnend in den abgrund führt, in dem dann leider die aarallelschnitte zu orgiastisch sind.

schon aronofskys pi hat bei mir gemischte gefühle ausgelöst. der visuelle stil, handlungen in klar abgegrenzte schritte zu zerschneiden, diese einem rhytmus zu unterwerfen und zwangshandlungsähnlich präzise und häufig zu wiederholen, sowie die kamera, die scheinbar fest vor dem gesicht montiert, dieses vor dem sich wandelnden hintergrund im fokus hält, während die person zb durch korridore geht, wird hier in ausgeprägter form gebraucht. auch wenn ich dies in kenntnis von pi nicht als originell empfunden habe, tut es dennoch seine wirkung und ist angemessene visualisierung.

was mich gestört hat, war die doch eher voraussehbare entwicklung der handlung. das die beziehung harrys und marions so verlaufen muss, war abzusehen, ihre prostitution nichts überraschendes. auch die verwirrung, aus der sich die mutter nicht mehr befreien kann, scheint vorprogrammiert. von tyrone, der sich zuletzt in die arme seiner mutter zurückwünscht, garnicht zu reden.
dabei sind alle rollen absolut glaubwürdig gespielt, wobei ellen burstyn zurecht mit einer oscarnominierung bedacht worden ist, sticht sie doch alle mal heraus. an der verkörperung dieser eher konventionellen rollen (3 von 4) ist also nichts auszusetzen.

allein die letzte phase, in der alle "ganz unten" angekommen sind, macht dann wieder spass zu schauen, wird hier doch auf nichts und niemanden rücksicht genommen. hier entwickelt der film an kraft und fahrt, die dem hauptteil gefehlt hat: die hektisch-dichte orgie ("ass to ass"), harrys amputation und die zwangsernährung und folgende elektroschock-therapie der mutter lassen erahnen, was ein film sein könnte, der nicht den weg hinab, sondern das unten schildert. aber vielleicht bedarf es der fallhöhe, um anteilnahme durch den zuschauer zu erzeugen und vielleicht bedarf es auch der parallelmontage zu schluss, in dem alle vier protagonisten in ihre träume abgleiten, ich aber hätte gerne darauf verzichtet.

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